Airsoft oder die Lust jemand zu beschmerzen

3.7.2021 Samstags 9:30Uhr am Eventpark-Oberpfalz (https://www.eventpark-oberpfalz.de/aktivitaeten/airsoft)

Da die Familienfarben ja dunkles Schwarz oder unsichtbaren Camouflage sind, hat es sich angeboten mal ein neues Hobby anzutesten. Det Gör war ja schon mal Paintball ballern, aber das war mir dann doch zu trivial und entsprach zu wenig meiner militanten Grundeinstellung. Erstmal die alten Restbestände vom IPSC und der ehemaligen Schießkarriere ausgegraben und ein paar neue Luftkugelpumpenwegwerfgeräte geordert.

Ausgerüstet mit einer Sniper, zwei AR15 Derivaten und diversen Pistolen sind wir dann mal eben mit Tobias und seinen Airsoft Kumpeln am Feld aufgeschlagen. Das waren dann vom Auto bis zum Feld mal 75m und mir hat schon alles weh getan. Das kann Eiter werden, hab ich mir da noch gedacht… mal ein paar extra Schmerzies eingeworfen- geht schon.

Alles ausgepackt und mal zum chronen der Kanonen gefallen. Die Sniper wäre wohl hart an der Grenze meinte der Tobias, aber offensichtlich ahnte er schon das der dicke alte Mann damit eh nicht viel reißen wird. Was soll ich sagen, er sollte Recht behalten. Durch mein Gewichts optimiertes Erscheinungsbild, hab ich dann schon nach ersten drei Metern genug Kondenswasser unter meiner Schießbrille gesammelt um einen mittleren Badesee zu füllen. Also erst mal den Fingerscheibenwischer eingeschalten und versucht durchs Fernglas etwas auch nur im Ansatz zu erkennen. Funktioniert nicht, pumpen, schwitzen, bewegen und durch ein viel zu kleines Loch mit einem viel zu großem Kopf zu gucken war völlig fail.

Zurück ins Lager, ohne auch nur einen einzigen Schuss abgegeben zu haben. Ausgerüstet mit der AR15 wieder raus in den Krög und erst mal der Göre einen Headshot verpasst. Its Aisoft 🙂 , ja das macht Laune. Die Ar15 verlangte etwas weniger zielen und dadurch floss tatsächlich etwas weniger Wasser in den See. Man konnte schon fast sagen, bedingt durch die Sonneneinstrahlung wurde das Kondensat sofort wieder verdunstet. Leider sagte mein T-Shirt was ganz anderes, 15min und völlig durch geschwitzt.

Wie man sich auf so einem Spielfeld bewegen sollte, dürfte jedem nicht Pazifisten ja klar sein. Gebückt von Deckung zu Deckung huschend, einem Geist gleich oder zumindest eine Raubkatze ähnelnd. Bei mir sah das eher einer Litfaßsäule, gepaart mit einem Wohnblock, gleich. Ich musste also meinen Bewegungsdrang in ein praktikables Bewegungsmuster verwandeln. Ich entschied mich also für Kriechen, denn aufstehen war nach dem zweiten Versuch nicht wirklich erfolgreich und schon gar nicht ästhetisch und auch nicht mehr von der Kondition getragen. Dummerweise waren meine Knie schon nach dem ersten Spiel so auf gescheuert, das diese Fortbewegung nur noch durch noch mehr Schmerz begleitet war. Also erstmal ne IBU einlegen, wird schon. Meine weitere Bewegungstaktik beruhte auf der Erkenntnis dass das menschliche Auge nur Bewegung wahrnimmt und wenn man sich nicht bewegt auch nicht gesehen wird. Genital dachte ich und ging so immer schön langsam von Deckung zu Deckung. Hatte ich meine erstrebenswerte Deckung erreicht, gings wieder in den Kriechgang. Tobias quittierte diese Bewegungsart mit süffisantem Spott, klar wenn man einen BMI von -100 hat kann man schon mal bischen austeilen.

Nach dem ersten Wechsel von offener Fläche zum Wald als Basislager, wurde mir bewusst das hier wohl keine Mammutbäume stehen und egal ob der Kopf in Deckung war, die Plauze oder der Arsch hatten stets etwas Überhang. Meine missratene Tochter nutze dies permanent, um mir Schmerz zuzufügen. So verflog die Zeit und nach reichlich Treffen und getroffen werden, neigte sich die Kondition dem Ende zu. Gott sei Dank aber auch die Spielzeit, es hätte keine 5min länger werden können/ dürfen.

EIn wunderbarer Tag ging zu Ende und ich hatte lange nicht mehr so einen Spass. Danke Tochter, Tobias and Friends! Danke auch an den Veranstallter, der keinerlei Zicken oder Überregelung veranstalltet hat. Das war Spass pur Danke!!!

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